Donnerstag, 24. Mai 2012

Fancy EKG - Patient mit ST-Elevation

Heute stelle ich folgenden Fall vor: Ein 72 jähriger Patient wird eingewiesen wegen eines Infekts der oberen Atemwege (Husten mit gelblichen Auswurf, Dyspnoe, Fieber bis 39°C). Gleichzeitig gibt er an, dass es ihm in letzter Zeit häufiger schwindelig (ungerichtet) geworden wäre, nur jeweils kurze Episoden.
Weitere Vorerkrankungen sind: anamnestisch Angabe eines Myokardinfarkts vor ca. 40 Jahren, Diabetes mell. II, Z.n. zerebraler Ischämie vor ca. 5 Jahren, keine augenscheinlichen Residuen.

 Bei der Aufnahmeunteresuchung zeigt sich im Monitor-EKG eine kurze Episode einer Breitkomplextachykardie, der Patient gibt thorakales Engegefühl an.

Es wird ein 12-Kanal EKG geschrieben:


Bitte beschreiben Sie vorliegende EKG-Aufzeichnung, welche weiteren Gedanken haben Sie?
Das cTnThs bei Aufnahme betrug 0.025 µg/L.

Kommentare:

  1. EKG: a.e. SR, nf (je nach Laufgeschwindigkeit), LT, vermutlich AVB I°, QRS und QTc regelrecht, grosse Q-Zacke in V1-V3 (V4) mit horizontaler ST-Hebung, präterminale bis terminale T-Neg V3-V5, T-Abfalchung v.a. I und aVL.
    In Zusammenschau der Befunde ist bei Z.n. MI in jungen Jahren (whs STEMI der VW) das Verbleiben der ST-Hebung in V1-V4 verdächtig auf ein persistierendes Ventrikelaneurysma. VT´s werden dort auch gerne generiert, die die Schwindelurasache sein könnten. Der Infekt passt nicht in die Story (meine ich jedenfalls).

    Gruss, LL
    www.nofame4u.de

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  2. SR, LT,QS V1-4 mit ST-Hebung, a.e. bei VW-Aneurysma, kein sicherer Hinweis auf akute Ischämie. DD rhythmogene Ursache des Schwindels (VT) DD ischämisch bei möglichem Thrombus im Aneurysma DD ischämisch bei low-output bei ggf. höhergradig eingeschränkter LV-EF je nach Ausmaß des Aneurysmas.
    Rö-Thorax zur Sicherung CAP, Einleitung Antibiose (Vorsicht mit Chinolon und Makrolid wegen QT), TnT-Kontrolle, keine Akut-PCI

    Gruß - Simon

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